Traumatische Erfahrungen verändern das eigene Erleben meist nachhaltig – insbesondere traumatische Beziehungserfahrungen in Kindheit und Jugend (Entwicklungstraumen).
Sie beeinflussen, wie wir uns selbst, unseren Körper, andere Menschen und die Welt um uns herum wahrnehmen.
Vielleicht kennen Sie das Gefühl, ständig angespannt zu sein, sich selbst nicht mehr richtig zu verstehen oder von bestimmten Gefühlen und Erinnerungen überwältigt zu werden. Vielleicht funktionieren Sie nach außen gut und merken gleichzeitig, dass es in Ihnen ganz anders aussieht.
Vielleicht gibt es auch das Gefühl: „Ich weiß eigentlich, dass ich heute sicher bin – aber ein Teil von mir fühlt sich immer noch bedroht.“
Traumen wirken oft noch lange nach dem eigentlichen Geschehen, obwohl die belastenden Erfahrungen vielleicht schon viele Jahre zurückliegen und leider manchmal auch, wenn sie ‚nur‘ schemenhaft oder als Ahnung erinnerbar sind.
Ängste, innere Unruhe, Schlafprobleme, starke emotionale Reaktionen oder wiederkehrende Erinnerungen (flashbacks) können ebenso Ausdruck einer traumatischen Belastung sein wie innere Leere, Rückzug oder das Gefühl, nicht richtig bei sich zu sein.
Traumatherapie kann dabei unterstützen, diese Reaktionen besser zu verstehen und wieder mehr Sicherheit im eigenen Leben zu finden.
In meiner therapeutischen Arbeit biete ich Ihnen einen geschützten Raum und orientiere ich mich unter anderem an den traumatherapeutischen Ansätzen von Luise Reddemann, Michaela Huber und Gabriele Kahn.
In Ihrem Tempo
Traumatherapie bedeutet nicht, sich sofort und ausführlich mit schmerzhaften Erinnerungen auseinandersetzen zu müssen.
Vielmehr geht es zunächst darum, einen sicheren Boden zu schaffen – natürlich auch in unserer therapeutischen Beziehung.
So gehe ich selbstverständlich achtsam und respektvoll mit Ihren persönlichen Grenzen um.
Sie müssen nichts erzählen, wofür Sie noch nicht bereit sind.
Manchmal ist zunächst etwas ganz anderes wichtig: zur Ruhe kommen, wieder schlafen können, den eigenen Körper spüren, Grenzen setzen lernen oder überhaupt erst einmal erfahren, dass ein Gefühl auch wieder vorbeigehen kann.
Sie bestimmen das Tempo.
Erst wenn genügend Stabilität und innere Sicherheit vorhanden sind, wird eine weitere Verarbeitung des Erlebten sinnvoll. Traumatherapie kann das Erlebte nicht ungeschehen machen.
Es geht darum, Erinnerungen nach und nach in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen, sodass sie weniger überwältigend werden und die Gegenwart immer weniger beeinflussen.
Sicherheit und Stabilität
Am Anfang meiner traumatherapeutischen Begleitung steht nicht die Frage, was alles passiert ist, sondern vielmehr:
Was brauchen Sie heute, damit Sie sich sicherer und stabiler fühlen können?
Gemeinsam schauen wir, was Sie unterstützt, mit belastenden Gefühlen, innerer Anspannung und schwierigen Situationen besser umzugehen und welche Möglichkeiten Ihnen helfen, wieder mehr Einfluss auf Ihr eigenes Erleben zu gewinnen.
Dabei spielen die Wahrnehmung Ihrer Ressourcen, Selbstfürsorge, Körperwahrnehmung und Imaginationen eine wesentliche Rolle.
Es geht darum, wieder mehr Einfluss darauf zu bekommen, was in Ihnen geschieht – und Schritt für Schritt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen.
Ein wesentliches Anliegen ist es, dass Sie zunehmend erfahren können: Ich bin meinen inneren Reaktionen nicht ausgeliefert. Ich kann lernen, sie zu verstehen und mit ihnen umzugehen.
Ressourcen, Kraftquellen & Selbstbestimmung
Traumatische Erfahrungen erzählen nicht die ganze Geschichte eines Menschen.
Auch und gerade in schwierigen Lebenssituationen entwickeln wir Fähigkeiten, Stärken und Strategien, die geholfen haben, zu ‚überleben‘ und weiterzugehen.
Die traumatherapeutischen Ansätze nach denen ich arbeite, richten den Blick nicht nur auf das, was verletzt wurde, sondern in besonderem Maße auch auf das, was einen Menschen trägt und stärkt.
Vielleicht gibt es Fähigkeiten, die Ihnen bisher selbstverständlich erschienen. Vielleicht gibt es Menschen, Orte oder Erinnerungen, die Ihnen Kraft geben. Vielleicht haben Sie trotz allem Ihren Humor, Ihre Kreativität, Ihre Fürsorge für andere oder Ihren Lebenswillen bewahrt.
Diese Ressourcen können zu wichtigen Wegbegleitern auf dem Weg der Heilung werden.
So ist ein wesentlicher Aspekt meiner Begleitung die Würdigung all dessen, was bereits in Ihnen vorhanden ist:
- Was hat Ihnen bisher geholfen?
- Was gibt Ihnen Kraft?
- Wo fühlen Sie sich sicher?
- Welche Menschen, Orte oder Tätigkeiten tun Ihnen gut?
- Welche Fähigkeiten haben Ihnen geholfen, schwierige Zeiten zu überstehen?
- Welche Stärken und – womöglich noch gehemmte – Potentiale liegen in Ihnen?
Auch kleine Dinge können dabei bedeutsam sein.
In Anlehnung an Luise Reddemanns Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie unterstützen dabei auch innere Bilder und Vorstellungen. Sie können helfen, einen persönlichen inneren Ort der Sicherheit und Ruhe zu entwickeln oder sich selbst in schwierigen Momenten unterstützend zu begegnen.
Solche Vorstellungen ersetzen die Realität nicht. Sie können aber dem Nervensystem eine neue Erfahrung von Schutz und Beruhigung ermöglichen.
Es geht darum, etwas in sich zu entdecken, das sagt:
„Ich bin jetzt hier. Ich bin nicht mehr dort. Ich darf mich schützen. Ich darf für mich sorgen.“
Ein wesentliches Ziel des traumatherapeutischen Prozesses ist es ebenso, wieder einen stärkeren Zugang zu den eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Grenzen zu entwickeln.
Vielleicht geht es zunächst darum, überhaupt wieder wahrzunehmen, was Ihnen guttut. Vielleicht darum, Grenzen zu setzen, ohne sich dafür schuldig zu fühlen. Vielleicht darum, Vertrauen zu entwickeln, Beziehungen bewusster zu gestalten oder wieder Zugang zu Freude und Lebendigkeit zu finden.
Heilung bedeutet nicht, dass das Vergangene ungeschehen wird, sondern dass das Erlebte seinen Platz in Ihrer Geschichte findet, ohne weiterhin Ihr gegenwärtiges Leben bestimmen zu müssen.
Die eigene innere Welt verstehen
Nach traumatischen Erfahrungen zeigen sich oft sehr unterschiedliche, z.T. widersprüchliche innere Zustände. Vielleicht gibt es eine Seite, die im Alltag zuverlässig funktioniert, während andere Seiten von Angst, Trauer, Wut, Scham oder Hilflosigkeit geprägt sind. Wieder eine andere möchte sich zurückziehen und von allem Abstand gewinnen.
Im Sinne der Arbeit von Michaela Huber können solche unterschiedlichen inneren Anteile als nachvollziehbare Reaktionen auf persönliche Erfahrungen verstanden werden.
Es geht nicht darum, diese Seiten zu bekämpfen oder loszuwerden. Vielmehr können sie erkannt, angenommen und in ihrer jeweiligen Funktion wahrgenommen und auch verändert werden – so kann Ihr ‚inneres Team‘ immer konstruktiver für Sie zusammenwirken.
„Was möchte mir dieser Teil von mir eigentlich sagen? Was braucht er?“
Behutsame Verarbeitung
Traumatherapie bedeutet nicht, dass Sie das Erlebte detailliert wieder ‚durchleben‘ müssen.
Es geht darum, die belastenden Erfahrungen behutsam zu verarbeiten und in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen. Das Ziel ist nicht, die Vergangenheit auszulöschen. Vielmehr darf sie nach und nach ihren überwältigenden Einfluss verlieren.
Die Methodik des ‚Innere Kinder Retten‘ nach Gabriele Kahn kann dabei sehr hilfreich sein.
So kann mit der Zeit wieder mehr Raum entstehen für das Hier und Jetzt, für Beziehungen, für eigene Wünsche und Bedürfnisse und für das, was Ihnen im Leben wichtig ist.
Sie sind mehr als das, was Ihnen widerfahren ist.
Und vielleicht beginnt Veränderung manchmal mit einem ganz kleinen Schritt: dem Moment, in dem Sie sich selbst wieder ein wenig mehr zuhören, sich ernst nehmen und freundlich mit sich umgehen.
Traumatherapie kann einen geschützten Raum bieten, in dem genau das möglich werden darf – in Ihrem Tempo, mit Ihren Grenzen und mit dem Blick auf das, was Ihnen wieder Halt und Vertrauen geben kann.
Was passiert ist, gehört zu Ihrer Geschichte – aber es ist nicht Ihre ganze Geschichte.
Es definiert nicht, wer Sie heute sind und wer Sie sein können.